Zusammen wachsen,
um zusammenzuwachsen
Die Region Elbe Valley
Das Elbe Valley erstreckt sich über die vier Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Entlang der Elbe bilden die Landkreise Stendal, Prignitz, Ludwigslust-Parchim und Lüchow-Dannenberg eine gemeinsame Region, die durch ihre naturnahen Landschaften, das UNESCO-Biosphärenreservat Elbe sowie ein starkes zivilgesellschaftliches Engagement geprägt ist.
Gleichzeitig stehen die beteiligten Landkreise vor vergleichbaren strukturellen Herausforderungen. Dazu zählen der demografische Wandel, der Fachkräftemangel, eine vergleichsweise geringe Akademikerquote sowie das Fehlen eigener Hochschulstandorte. Diese Rahmenbedingungen erschweren die langfristige Sicherung von Fachkräften und die nachhaltige Entwicklung der Region.
Mit dem Vorhaben „Elbe Valley: Region als Campus“ soll ein tragfähiges und zukunftsorientiertes Hochschulnetzwerk aufgebaut werden, das die regionale Entwicklung stärkt und neue Perspektiven für Bildung, Wissenschaft und Innovation schafft.
Das Projekt verfolgt einen partizipativen Forschungsansatz: Akteurinnen und Akteure aus Kommunen, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft werden frühzeitig und kontinuierlich in den Entwicklungsprozess eingebunden. So entstehen gemeinsam tragfähige Lösungen, die auf die spezifischen Potenziale und Herausforderungen der Region zugeschnitten sind.
Forschungsfragen
Das Projekt untersucht drei zentrale Fragen:
- Was sind die Erfolgsfaktoren regionaler, praxisorientierter Hochschulkooperationen sowohl für die Auslösung von Innovations- und Transformationsprozessen als auch für den Rückfluss von Wissen aus der Praxis an die Hochschulen?
- Wie können diese häufig zeitlich und räumlich begrenzten Kooperationen sich in der Region langfristig etablieren und somit dauerhafte Effekte erzielen?
- Wie gelingt die Gestaltung der Netzwerkbeziehungen, um Innovationskraft, Nachhaltigkeit und Resilienz zu stärken?
Wer sind die Akteure?
Um ein tragfähiges Netzwerk für das Elbe Valley aufzubauen, wurden umfassende Recherchen und Analysen durchgeführt. Im Mittelpunkt steht eine systematische Stakeholderkartierung, die alle relevanten Akteurinnen und Akteure der Region auf vier Ebenen erfasst:
- Kommunen (politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, Verwaltungen sowie Planwerke)
- Wirtschaft (Unternehmen, Wirtschaftsförderungen, Kammern und Verbände)
- Wissenschaft (Hochschulen im Umkreis von rund 150 Kilometern sowie Forschungseinrichtungen)
- Zivilgesellschaft (Vereine, Initiativen, Netzwerke und Graswurzelbewegungen)
Ergänzend wurden bestehende Hochschulkooperationen in der Region analysiert. Diese Bestandsaufnahme bildet die Grundlage für den weiteren Projektverlauf und wird fortlaufend aktualisiert und erweitert.
Von anderen Regionen lernen
und ein gemeinsames Verständnis entwickeln
Zur Identifikation erfolgreicher Kooperationsmodelle wurden zahlreiche überregionale Good-Practice-Beispiele analysiert. Im Fokus standen unterschiedliche Ansätze der Innovationsförderung und regionalen Zusammenarbeit, darunter innovative Campus-Modelle, Innovation Hubs, Reallabore, Makerspaces, digitale und hybride Plattformen sowie veranstaltungsbasierte Formate.
Die Ergebnisse wurden in einer Matrix systematisch nach Institutionalisierungsgrad und zeitlicher Ausrichtung eingeordnet – von zeitlich begrenzten Workshops bis hin zu dauerhaft etablierten Campus-Strukturen. Die Analyse verdeutlicht, dass erfolgreiche Kooperationen im ländlichen Raum nicht auf einem einzelnen Modell beruhen. Vielmehr entsteht nachhaltiger Erfolg durch die gezielte Kombination verschiedener Formate, die flexibel an regionale Anforderungen und Potenziale angepasst werden können.

Im Rahmen verschiedener Veranstaltungen in der Region wurde ein konzeptionelles Verständnis des Elbe Valley als Mikro-Innovationsökosystem mit Schwerpunkt auf sozialen Innovationen entwickelt. Die beteiligten Kommunen werden dabei nicht nur als geografischer Raum verstanden, sondern als aktive Gestalter regionaler Innovationsprozesse.
Im Mittelpunkt standen die systemische Vernetzung bestehender Strukturen, die Stärkung interkommunaler Zusammenarbeit sowie die Identifikation gemeinsamer Themen und Entwicklungspotenziale über Landkreisgrenzen hinweg. Ziel ist es, regionale Kompetenzen zu bündeln und nachhaltige Innovationsprozesse im Elbe Valley langfristig zu fördern.
Projektleitung
Sabine Flores Tran
Kernteam
Ingo Kollosche
Lisa Steck
Paula Steiner
Themenpaten
Kathrin Gegner
Volker Handke
Maren Eickhoff
Forschungsfelder
Zukunftsforschung & Transformation
Wissenstransfer & Partizipation
Förderkennzeichen
03WIR7204
Laufzeit
02.2023 bis 01.2026
Titel
WIR! – Elbe Valley: Region als Campus